Was motiviert geflüchtete Menschen, sich freiwillig zu engagieren?

Ergebnis-Sicherung: Motive der Geflüchteten (Frühjahr 2017)

Folgende Motive der Geflüchteten, sich freiwillig zu engagieren, haben wir bislang im Projekt kennengelernt:

  • Sie wollen ihren Dank ausdrücken für die Unterstützung, die sie von Freiwilligen erhalten haben, sie wollen der deutschen Gesellschaft etwas zurückgeben und ihrerseits dort helfen, wo Hilfe gebraucht wird.
  • Sie wollen Einheimische kennenlernen, um so besser zu verstehen, wie die Gesellschaft funktioniert und sich die Menschen hier verhalten
  • Sie wollen etwas Nützliches tun und das Gefühl haben, gebraucht zu werden
  • Sie wollen als Mensch mit Eigenschaften und Ressourcen wahrgenommen werden, nicht nur als „Geflüchtete/-r“
  • Sie suchen eine Wochenstruktur und eine sinnvolle Tätigkeit gegen die Langeweile
  • Sie suchen Ablenkung von der belastenden Situation in der Unterkunft, mit Behörden und von der Angst um Familie und Freunde im Herkunftsland
  • Sie wollen ihre neu erworbenen Deutschkenntnisse aus den Sprachkursen im Engagement anwenden und weiterüben, um ihr Deutsch nicht wieder zu verlernen
  • Sie wollen einheimische Freunde finden
  • Sie wollen Netzwerke knüpfen, um darüber bessere Chancen auf eine bezahlte Arbeit zu haben

Was auffällt: Nur einige dieser Motive für ein freiwilliges Engagement sind „besondere“ Motive von geflüchteten Menschen wie etwa der Wunsch, die neu erworbenen Deutschkenntnisse im Engagement anzuwenden und so frisch zu halten – und das Interesse, durch ein Engagement einen besseren Einblick in die Regeln der hiesigen Gesellschaft zu erhalten.

Die Mehrzahl der anderen Motive für ein freiwilliges Engagement dagegen teilen die geflüchteten Menschen mit Menschen ohne Fluchterfahrung: auch diese suchen im Engagement das Gefühl, gebraucht zu werden. Sie wollen im gemeinsamen Engagement neue Freunde finden und ihre Netzwerke erweitern. Nicht zuletzt suchen Engagierte in ihrer freiwilligen Tätigkeit Sinn.